Warum 73 % der Chemiebetriebe ihren Innovationsprozess noch mit Excel verwalten — und was das wirklich kostet
Eine ehrliche Analyse, warum Excel in der Chemieinnovation so hartnäckig bleibt, welche versteckten Kosten Tabellen produzieren und was mittelständische Unternehmen besser machen können.
Es klingt wie eine Übertreibung — ist es aber nicht: In einer Studie des Beratungshauses Accenture aus dem Jahr 2024 gaben 73 % der befragten mittelständischen Chemieunternehmen in der DACH-Region an, ihren Innovationsprozess überwiegend oder vollständig mit Microsoft Excel zu koordinieren. Rezepturen, Kostenkalkulation, Machbarkeitsbewertungen, Kommunikation mit dem F&E-Team — alles in Tabellen.
Warum Excel so hartnäckig bleibt
Die Gründe sind nachvollziehbar. Excel ist vorhanden, jeder kann es bedienen, und es macht auf den ersten Blick keine Probleme. Wenn ein Chemiker eine neue Rezeptur anlegt, fühlt sich eine Tabelle wie das natürlichste Werkzeug der Welt an. Zeilen für Rohstoffe, Spalten für Anteile, eine Summenformel für den Materialeinstand — fertig.
Das Problem entsteht nicht beim ersten Eintrag, sondern beim fünfzigsten. Oder wenn der Rohstoffpreis sich ändert. Oder wenn der Chemiker das Unternehmen verlässt.
Die versteckten Kosten von Excel-gestützter Chemieinnovation
Wir haben mit Prozessleitern und F&E-Verantwortlichen in der Lack-, Polymer- und Klebstoffindustrie gesprochen. Folgende Kostentreiber wurden am häufigsten genannt:
1. Versionschaos bei Rezepturen
Rezeptur_v3_final_FINAL_neu.xlsx — jeder Chemiker kennt dieses Dateinamen-Muster. Ohne zentrale Versionsverwaltung entstehen parallel Dutzende von Varianten. Welche davon in Produktion gegangen ist? Unklar. Wer zuletzt geändert hat? Schwer nachzuvollziehen.
2. Preisänderungen landen nie in der Kalkulation
Wenn Styrol um 12 % teurer wird, muss jemand aktiv alle betroffenen Rezepturen suchen, öffnen und anpassen. In einem mittelgroßen Lack- oder Polymerbetrieb mit 200+ Rezepturen ist das eine Aufgabe, die Stunden kostet — und trotzdem nicht vollständig erledigt wird. Die Folge: Kalkulationen, die auf falschen Rohstoffpreisen basieren.
3. Keine Rückverfolgbarkeit bei Kundenanfragen
Wann kam die Anfrage von Kunde X rein? Was haben wir technisch bewertet? Warum wurde die Anfrage abgelehnt oder freigegeben? In einem E-Mail-Excel-Workflow bleibt davon wenig übrig. Für Audits, Qualitätsmanagementsysteme oder die schlichte Vorbereitung eines Kundengesprächs ist das ein Problem.
4. Wissensabwanderung durch Mitarbeiterwechsel
Wenn der Chemiker geht, der alle Rezepturen "im Kopf hat", verlässt das Wissen das Unternehmen — trotz Excel-Dateien. Denn in Excel fehlt der Kontext: Warum wurde diese Rezeptur entwickelt? Für welchen Kunden? Mit welchen Prüfergebnissen?
Was Unternehmen wirklich brauchen
Die Alternative zu Excel ist nicht eine noch kompliziertere Software, sondern ein System, das genau die Prozesse abbildet, die Chemieunternehmen tatsächlich haben: Kundenanfragen, technische Prüfung, Kostenabschätzung, F&E-Review, Musterversand. Alles verknüpft, alles rückverfolgbar — ohne IT-Projekt.
Valenz AI wurde genau dafür entwickelt: nicht als ERP-Aufsatz, sondern als eigenständiges System für den Innovationsprozess in der Spezial- und Produktchemie.
Fazit
Excel als Innovationswerkzeug ist kein Zeichen von Rückständigkeit — es ist ein Zeichen dafür, dass es lange keine bessere Alternative gab. Die gibt es jetzt. Die Frage ist nicht mehr ob eine Digitaliserung des Innovationsprozesses sinnvoll ist, sondern wann Ihr Unternehmen damit anfängt.
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